Georgien

Weinregion zwischen Sighnaghi und Telavi

12. Dezember 2016
Kirche Alaverdi

Der dritte Tag des Roadtrips durch Georgien hat uns durch die Weinregion in Kachetien zwischen Sighnaghi und Telavi geführt.

Das Dorf Udabno und das Kloster Dawit Garedscha, welches wir tags zuvor besuchten, werden zwar der Region Kachetien zugeordnet – jedoch liegen sie am Rande der Region inmitten einer Steppe/Wüste, so dass die Landschaft um das Dorf Udabno sich gravierend von der restlichen Weinregion unterscheidet. Generell findet man fast überall in Georgien den Anbau von Trauben und auch Weinproduktion, die Region Kachetien im Osten des Landes jedoch bildet das Zentrum der Jahrtausend alten georgischen Weinkultur: „Die Georgier haben den Wein erfunden“, sagen die Georgier. Angeblich befinden sich die ältesten Spuren des Weinbau im heutigen Georgien.

Georgien Roadtrip Tag 3

Von Udabno über Sighnaghi nach Telawi/Weingut Schuchmann inkl. Besichtigung der Kirchen in der Umgebung.

Weinanbau mit langer Tradition

Die in Kachetien genutzte Rebsorten wachsen lediglich in Georgien und zählen zu den ältesten der Welt: Tsinandali, Mzwane, Saperawi oder Tschaweri. Die Georgier sind absolut überzeugt von ihrem Wein: „Wir bauen hier die aromatischsten Rebsorten an“ oder „Guter Boden, guter Wein“ sagen die Bauern und die Winzer. In der ehemaligen Sowjetunion waren und im heutigen Russland sind die Weine sehr angesehen. Auch ein Wein-Embargo Russlands gegenüber Georgien zu Beginn des 21. Jahrhunderts konnte daran nichts ändern. Mittlerweile wird immer mehr für Europa produziert. Der Geschmack des georgischen Weins ist jedoch nicht jedermanns Sache.

Georgische Wein wird auf gleiche Weise wie vor tausenden von Jahren hergestellt und schmeckt dadurch deutlich anders als es die meisten Weintrinker gewohnt sind: in Ton-Amphoren gären auch Schalen, Kerne und Traubenstiele mit. Nur grob gequetscht werden die Trauben ohne irgendwelche Zusätze in die Ton-Amphore geworfen. Deswegen enthält der georgische Wein einen hohen Anteil an Gerbstoffen.

 

Sighnaghi

Eigentlich lag Sighnaghi nicht wirklich auf unserer Route geschweige denn auf unserem Roadtrip-Plan. Laut einem unserer Reiseführer ist das ca. 2.500 große Städtchen jedoch „einer der interessantesten Orte Georgiens“. Auch der polnische Inhaber des oasis clubs in Udabno hat uns das Städtchen empfohlen und von dem dort herrschenden toskanischen Flair erzählt. Das extrem schöne Dörfchen (es wurde zu Beginn des 21. Jahrhunderts generalüberholt und das merkt man ihm auch richtig an) liegt auf einem Berg und ist von zwei Stadtmauern umgeben. Entsprechend hoch ist dann aber auch der Touristen-Anteil in dem Städtchen. Wenn man in der Gegen ist sollte man auf jeden Fall mal durchfahren!

Skyline von Sighnaghi

Skyline von Sighnaghi

Sighnaghi - Tor innere Stadtmauer

Sighnaghi – Tor innere Stadtmauer

Sighnaghi - St. Georgskirche

Sighnaghi – St. Georgskirche

 

Telawi

Telawi liegt in einem der Täler des Flusses Alasani und ist heute Hauptstadt Kachetiens. Angeblich gehen die Ursprünge der Stadt auf mehr als 1000 Jahre v. Chr. zurück: griechische und auch römische Quellen sollen schon von der Stadt berichtet haben. Als Kachetien im Mittelalter noch ein unabhängiges Königreich war, war Telavi die Residenz der kachetinischen Könige.

Durch Telawi sind wir insgesamt drei Mal gefahren, jedoch haben wir aus Mangel an Zeit die Stadt nicht tiefer erkundet. Der Schwerpunkt unserer Reise für diese Region lag auf der Stadt Sighnaghi und im Anschluss daran das Weingut Schuchmann und die unten genannten Kirchen.

 

Weingut Schuchmann

In unseren Reiseführer wurden in dieser Region Georgiens mehrere Weingüter empfohlen: Schuchmann, Twin Old Cellar und Gurdshaani. Da das Weingut Schuchmann auf unserem Weg lag und es gleich das erst Weingut auf unserer Streck war, haben wir uns kurzer Hand zur Besichtigung des Weinguts entschlossen. Als wir dort ankamen haben wir die Besichtigung auch gleich auf eine Übernachtung erweitert. Von außen steht man vor einem riesigen Eisentor und erkennt nicht zwingend, dass es sich hierbei um ein Weingut handelt. Hat man jedoch diese Barriere überwunden, so befindet man sich auf einem sehr schönen Weingut.In der Übernachtung war auch gleich eine Führung und eine Weinprobe inklusive. Kann das Weingut für einen Abstecher wärmstens empfehlen. Das Personal war extrem zuvorkommen, freundlich und höflich. Die Zimmer waren sauber und schön hergerichtet und das Essen sehr gut. Der Wein hingegen ist Geschmacksache – mein Geschmack war er nicht.

SCHUCHMANN WINES CHÂTEAU
Kisiskhevi -Telavi / Georgia
Tel. +995 7 90 55 70 45
hotel@schuchmann-wines.com
www.schuchmann-wines.com

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Festung/Wehrkirche Gremi

Die zwei Turmspitzen der Festung Gremi können schon von weitem ausgemacht werden. Sie gilt seit 2007 als UNSECO-Weltkulturerbe. Sie liegt im gleichnamigen Dorf auf der Straße von Telawi nach Kwareli. 1466 wurde Gremien zu Hauptstadt von Kachetien ernannt. Die Stadt wuchs und gedieh: es wurden Bäder und sogar ein Palast gebaut. Im Jahr 1615 jedoch wurden die meisten Gebäude von den Perser zerstört.

Wehrkirche Gremi

Festung/Wehrkirche Gremi Vorderseite

Wehrkirche Gremi

Festung/Wehrkirche Gremi Rückseite

 

Kloster Nekressi

Das Kloster Nekressi liegt oben auf einem Berg in der Nähe des Dorfes Schilda. Am Fuße des Berges befindet sich direkt neben dem Eingang zum Klosterkomplex ein Parkplatz. Von dort fährt etwa alle halbe Stunde ein Bus die ca. 1,5 km lange Strecke rauf zu den Gebäuden oben auf dem Berg.

1,5 km hört sich gar nicht so lange an. Wenn man jedoch die nicht zu unterschätzende Steigung und die glühende Sonne hinzurechnet ist es ganz schön anstrengend.

Kloster Nekressi

Kloster Nekressi

Nekressi: Strasse zum Kloster

Nekressi: Straße zum Kloster

 

Georgskirche Alawerdi

Nicht so anstrengend wie der Aufstieg zum Kloster Nekressi ist die Besichtigung der Georgskirche Alawerdi. Ein prächtiger Gebäudekomplex umringt von zwei Mauern. Auch wenn es auf den folgenden Bilder eher recht leer ausschaut: es herrscht dort wie in den meisten Kirche und Klöster in Georgien ein reger Betrieb an Mönchen und Pfarrer. Interessant sind hier auch die Weinreben im Innenhof. Steht man in der Kirch und blickt dem Turm entlang nach oben, so wird man von der Größe fast erschlagen.

Georgskirche Alawerdi: Eingang

Georgskirche Alawerdi: Eingang

Blick auf die Georgskirche Alawerdi

Blick auf die Georgskirche Alawerdi

Georgskirche Alawerdi: Innenhof

Georgskirche Alawerdi: Innenhof

Innenhof Georgskirche Alawerdi

Innenhof Georgskirche Alawerdi

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1 Kommentar

  • Reply Johny Jackson 9. Januar 2018 at 2:44

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