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Besuch im Technik Museum Speyer

2. April 2017
Technik Museum Speyer: Antonov 22 und Boing 747

Heute hatte ich mich mit Kollegen auf den Weg nach Speyer gemacht, um dort mal wieder einen Blick in das Technik Museum zu werfen. Eigentlich hatten wir lediglich ca. 2 Stunden geplant. Letztendlich wurden es dann aber doch 5 Stunden. Und trotzdem haben wir nicht alles gesehen! Das war auch insgesamt schon mein vierter Besuch – trotzdem hat er sich wieder gelohnt!

Technik Museum Speyer
Highlight: Raumfähre Buran

Die Entwicklung der Raumfähre Buran war eine Reaktion auf das Space Shuttle der NASA. Auf den ersten Blick sehen sich die beiden Raumfähren extrem ähnlich. Jedoch gibt es konzeptionelle Unterschiede, vor allem beim Antrieb: die Buran wurde von einer separaten Rakete (sogenannte „Energija“) angetrieben, während das Space Shuttle mit seinen Haupttriebwerken selbst die Rakete darstellt, aber dafür einen separaten Tank mitträgt. Die kleinen Triebwerke der Buran dienten lediglich zum Navigieren – dafür konnte die Buran jedoch eine größere Nutzlast transportieren. Zumindest theoretisch – in der Praxis wurde das Programm durch den Zusammenbruch der UdSSR nicht weiter vorangetrieben und 1993 komplett eingestellt, ohne einen wirklichen Nachweis der theoretischen Werte zu erbringen.

Nach dem Zusammenbruch der UdSSR endete das Buran-Programm und die Prototypen, die nicht ins Museum kamen, blieben in einer Halle in der Nähe des Kosmodroms Baikonur und verrotten dort langsam. Der Fotograf Ralph Mirebs hat beeindruckende Bilder der wohl letzten Ruhestätte der restlichen Buran-Orbiter in Russland geschoßen.

Technik Museum Speyer: Orbiter Buran

Technik Museum Speyer: Orbiter Buran

 

Technik Museum Speyer
Highlight: Boeing 747 „Jumbo“

Der „Jumbo-Jet“, wie die Boeing 747 in Anlehnung an den Elefanten „Jumbo“ genannt wurde, ist ein vierstrahliges Großraumflugzeug.  Bevor es durch die Indienststellung des Airbus A380 abgelöst wurde, war es ab seiner Entwicklung in den 1960er-Jahren das größte Passagierflugzeug der Welt. Bei der Premiere war die Boeing 747 ein „Traum der Lüfte“ – doppelt so groß wie die größten Flugzeuge zuvor. Seit 1990 war der der Jumbo auch das Flugzeug für den amerikanischen Präsidenten. Zwei Langstreckenversionen der Boeing 747-200B mit der USAF-Bezeichnung VC-25A und dem Rufzeichen Air Force One (abgekürzt AFO oder AF-1) sobald der Präsident an Board ist, stehen speziell für die Beförderung des Präsidenten und seines Stabes zur Verfügung. Diese wurden extra für diesen Zweck aufwändig umgebaut und mit vielen Sonderfunktionen ausgestattet.

Die im Technik Museum gelandete Maschine ist eine Boeing 747-200. Sie ist für maximal 480 Passagiere ausgelegt. Die 747-200F ist die Frachtflugzeug-Version der 747-200. Die Boeing 747-200 ist eine Weiterentwicklung der Boeing 747-100 mit höheren Gewichten, einer größeren Reichweite und stärkeren Triebwerken. Bei den Triebwerken konnte zwischen folgenden Hersteller gewählt werden: Pratt and Whitney oder General Electric oder Rolls-Royce.

Für das Technik Museum Speyer „wurde ein Traum wahr, als es gelang, von der Lufthansa einen riesigen Boeing 747 Jumbojet für die Flugzeugausstellung zu bekommen. Der Transport des Giganten der Lüfte nach Speyer war eine der größten Herausforderungen, der sich das Museumsteam bis dahin stellte. Die Boeing 747 ist für unsere Museumsbesucher komplett begehbar! Weltweit einmalig ist, dass auch der Frachtraum des Jumbojets zugänglich ist und der linke Flügel in einer Höhe von 20 Metern bestiegen werden kann“ (Quelle: Technik Museum Speyer).

Mit der Einführung des A380 von Airbus wurden immer weniger Jumbos verkauft. Gleichzeitig ging der Trend auch immer mehr zu zweistrahligen Großraumflugzeugen, da Flugzeuge mit vier Triebwerken mittlerweile als Spritfresser gelten. Früher war man zweistrahligen Flugzeugen bei der Überquerung von Atlantik oder Pazifik noch skeptisch gegenübergestanden – auch das hat sich mittlerweile geändert. 2016 ist in der FAZ hierzu ein interessanter Artikel veröffentlicht worden: Der Abschied vom Jumbo-Jet Boeing 747.

Technik Museum Speyer: Boeing747-200 und eine kleinere Vickers Viscount 814 im Vordergrund, beide in den Farben der Lufthansa

Technik Museum Speyer: Boeing747-200 und eine kleinere Vickers Viscount 814 im Vordergrund, beide in den Farben der Lufthansa

 

Technik Museum Speyer
Highlight: Antonov 22

Bei der Antonow AN-22 handelt es sich um das größte von Propellerturbinen (Turboprop) angetriebene Flugzeug der Welt. Es wurde von dem sowjetischem Konstruktionsbüros OKB Antonow entwickelt.

Jungfernflug war 1965. Die Antonow AN-22 hat ein maximales Startgewicht von 250 Tonnen. Das Flugzeug ist den extremen Witterungsbedingungen der ehem. UdSSR angepast und kann auch von unbefestigten Pisten starten und landen. Trotz der Größe begnügt sich sich das Flugzeug mit einer Startrollstrecke von ca. 1.400 m. Neben der Besatzung von 5-6 Personen können in einem Passagierbereich hinter dem Cockpit bis zu 28 Personen befördert werden. In der Produktionsphase von 1966 bis 1976 wurden 68 Maschinen diesen Typs ausgeliefert.

Abgelöst wurde die Maschine von der Antonov AN-124: ein vierstrahliges Transportflugzeug mit einer Startmasse von über 400 Tonnen. Damit löste es die amerikanische Lockheed C-5 Galaxy als größte Flugzeug der Welt ab.

(Quellen: Technik Museum Speyer, Wikipedia, Flugzeuginfo.net)

Technik Museum Speyer: Antonov 22

Technik Museum Speyer: Antonov 22

Technik Museum Speyer: Antonov 22

Technik Museum Speyer: Antonov 22

 

Technik Museum Speyer
Highlight: U-Boot U9

Ein weiteres Highlight ist das U-Boot U9 der Bundesmarine (Bundeswehr), welches nach seiner Ausmusterung 1993 noch im selben Jahr in Speyer eingetroffen ist. Bundesmarine ist hierbei ein wichtiger Zusatz, da es noch ein U9 aus Zeiten der kaiserliche Marine (1872-1918) sowie ein weiteres U9 aus Zeiten der Kriegsmarine (1935-1945) gab.

Das U9 der Bundesmarine wurde 1967 in Dienst gestellt und gehört zur U-Boot-Klasse 205 und somit zur dritten Generation der deutschen U-Boote. Es besitzt bzw. besaß eine Nenntauchtiefe von 100m. Die U-Boote der Klasse 205 waren nach dem zweiten Weltkrieg die ersten U-Boote der Bundesmarine, welche in Serie gebaut wurden. Nach dem Zweiten Weltkrieg waren die U-Boote der Klasse 205 die ersten Serien-U-Boote der Bundesmarine. Die Boote waren zur Abwehr von Angriffen mit Landungsschiffen im Bereich der Ostseezugänge geplant. Das U-Boot U9 besitzt 8 Torpedorohre und hatte als zusätzliche Bewaffnung 24 Minen an Bord. Die Besatzung bestand aus 22 Personen.

(Quellen: Technik Museum Speyer, Wikipedia, Die Welt: SMS U9 und seine Geschichte)

Technik Museum Speyer: U-Boot U9

Technik Museum Speyer: U-Boot U9, Bild vom Besuch im Jahr 2005

Technik Museum Speyer: U-Boot U9 - Torpedorohr

Technik Museum Speyer: U-Boot U9 – Torpedorohr

 

Technik Museum Speyer
Highlight: Seenotkreuzer John T. Essberger

Der Seenotkreuzer John T. Essbarer hatte 1975 seinen Stapellauf und wurde bis 2011 rund um die Insel Fehmarn sowie in den westlichen Bereichen der Ostsee bis Bornholm von der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger eingesetzt. Der Seenotkreuzer hatte eine Besatzung von 6 Personen.  Die drei Maschinen leisten zusammen 7200 PS und beschleunigten den Kreuzer auf eine Geschwindigkeit von 26 Knoten (ca. 48 km/h).

Weitere interessante Informationen zum Seenotkreuzer und dem Transport nach Speyer können in dem Artikel „1100 Menschen verdanken diesem Schiff und seiner Besatzung ihr Leben“ der Süddeutsche Zeitung nachgelesen werden.

Technik Museum Speyer: Seenotkreuzer John T. Essberger

Technik Museum Speyer: Seenotkreuzer John T. Essberger

 

Technik Museum Speyer
Weitere Impressionen

Technik Museum Speyer: NASA Eagle

Technik Museum Speyer: NASA Eagle

Technik Museum Speyer: McDonnell Douglas F-4 Phantom

Technik Museum Speyer: McDonnell Douglas F-4 Phantom, Bild vom Besuch im Jahr 2005

Technik Museum Speyer: McDonnell Douglas F-15 Eagle

Technik Museum Speyer: McDonnell Douglas F-15 Eagle (Mitte) sowie McDonnell Douglas F-4 Phantom (recht und links), Bild vom Besuch im Jahr 2005

Technik Museum Speyer: McDonnell F101 Voodoo

Technik Museum Speyer: McDonnell F101 Voodoo

Technik Museum Speyer: Junker JU52

Technik Museum Speyer: Junker JU52

Technik Museum Speyer: Jaguar E-Type

Technik Museum Speyer: Jaguar E-Type

Technik Museum Speyer: Mercedes Benz SL300

Technik Museum Speyer: Mercedes Benz SL300

TecTechnik Museum Speyer: Maybach

TecTechnik Museum Speyer: Maybach

Technik Museum Speyer: Rolls-Royce

Technik Museum Speyer: Rolls-Royce

Technik Museum Speyer: Jean Mathieu vor Mil U-Jagd-Hubschrauber Mi-14 PL

Technik Museum Speyer: Jean Mathieu vor Mil U-Jagd-Hubschrauber Mi-14 PL

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